"Tante Ju" ist in Bohmte gewesen
Die Geschichte der Fliegerei des Altkreises Wittlage ist neu geschrieben.
Danke sagt der Luftsportverein Wittlage an das Deutsche Lufthansa Berlin Siftung Ju 52 Team in Frankfurt und an Flugkapitän Thomas Kreimeier und Matthias Schultz, Flugingenieur Jörg Wilwerth, Flugbegleiter Heinz Soll und Mechaniker Sven Richter, der das Servicefahrzeug fuhr.
Ein Presseartikel an dieser Stelle:
Lindenblatt vom 10.Mai 2012 und div.
„Tante Ju“ Sympathieträger für den Altkreis Wittlage
Tag der offenen Tür der Luftsportler mit Besucheransturm wird in die Geschichte eingehen
„Willst du mich heiraten?“. Na klar, welch eine Frage vor Tausenden von Zuschauern und im Angesicht einer 76 – jährigen rüstigen, gebürtig aus Dessau stammenden Dame, die gern mit „Tante Ju“ angesprochen werden möchte. Diese Einleitung zu diesem Bericht gibt zunächst Rätsel auf. Doch was die Mitglieder, Freunde, Bekannte, Gönner, Helfer und natürlich die Piloten mit ihren Flugzeugen da am 1.Mai auf dem sonst so beschaulichen Flugplatz an der Hunte „gezaubert“ haben, wird nachhaltig im Altkreis Wittlage und darüber hinaus in die Geschichte eingehen. Das war „Spitze“ würde man sagen können. Volle Parkplätze, dichter Fußgängerbetrieb auf den weitläufigen Flächen zwischen den Flugzeughallen, wo es immer wieder etwas zu entdecken gab, ob nun Wurfgleiterbasteln, Fahrzeugausstellungen, Handel und Gewerbe und viele Angebote für Kinder. Dann eine kurze Wanderung zur Nordseite direkt an der Hunte auf den Modellflugplatz, wo die ganze Breite des Modellflugsportes mit Unterstützung von Nachbarvereinen gezeigt wurde.
Zentrum des Geschehens ist eine leergeräumte Flugzeughalle, wo reichlich Sitzgelegenheit in Kombination mit Kaffee und Kuchen und einer Tombola geboten wurde. Pünktlich um 8 Uhr meldete sich die Hubschrauberbesatzung der Heeresflieger aus Celle mit ihrer BO 105 zur Landung. Hauptmann Michael platzierte den Hubschrauber direkt neben das Infomobil der Bundeswehr, eine runde Sache sozusagen für die Berufsberatung und Nachwuchswerbung der Bundeswehr. Tradition ist es auf dieser Veranstaltung, das alle Aktivisten mit einem gemeinsamen Frühstück um 8 Uhr beginnen. Danach werden die Posten laut Personalplan bezogen. Doch in diesem Jahr ist alles etwas anders. Ein dreimotoriges Verkehrsflugzeug der Deutschen Lufthansa hatte sich angesagt, den Flugplatz Bohmte anzufliegen. Eine Junkers Ju 52, eine Luftfahrtlegende mit Geburts(bau)jahr 1936, sollte in den Altkreis Wittlage kommen. Wird alles klappen, ist der sanierte Flugplatz den etwa 10 Tonnen Gewicht der „Tante Ju“ gewachsen? Konnten 80 Sitzplätze im Vorverkauf abgesetzt werden?
Wird die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Oldenburg dieses genehmigen?
Fragen über Fragen, die sich das Vorbereitungsteam stellen musste. Ingrid Lüke richtete ein „Reisebüro“ in Sachen Ju ein, während Ehemann Friedrich sich um die Veranstaltung selbst und speziell um den Traditionsflieger gekümmert hat. In mehreren Schüben wurde zumeist mit redaktionellen Beiträgen in den Zeitungen rundum darauf aufmerksam gemacht. Endergebnis: Flüge ausgebucht und die Genehmigung zur Landung in Bohmte von allen Seiten abgenickt. Dann kam am Vortag der Veranstaltung, dem Montag der spannende Moment. Flugkapitän Thomas Kreimeier, im „richtigen“ Leben Lufthansakapitän auf einem Airbus, meldete sich über Funk in Höhe des Dümmers bei dem Anflug aus Bremen bei Friedrich Lüke, der den Oldie mit einem Handfunkgerät auf dem Vorfeld des Flugplatzes erwartete. Die Lautsprecheranlage war bereits in Betrieb und Lüke kommentierte parallel dazu die Ankunft. Eine Vorhut war der Lufthansabesatzung entgegen geflogen und begleitete im gehörigen Abstand die Ankunft. „Wir kommen zuerst von Nordosten über den Platz mit einem Überflug“ so Kapitän Kreimeier über Funk. Und dann wurde das war, wo Friedrich Lüke schon zu Zeiten der Großflugtage in de 80-ziger Jahren dran gearbeitet hatte. Eine Junkers Ju 52 setzt aus Richtung Stirpe zur Landung auf den Bohmter Flugplatz an. Als die Räder den Boden berührten und der Flieger nur den halben Flugplatz zum Ausrollen brauchte, versagte zeitweilig die Stimme des Moderators am Mikrofon. „Ja, das gebe ich gerne zu, es war einfach emotional dieser Augenblick, diese Größe, die Akustik.“ Er war nicht allein mit diesen Gefühlen. Ein älterer Herr war Zeuge dieser Landung und hatte nur einen einzigen Wunsch: „Er möchte diesen Flieger nur einmal noch anfassen, dieser Flugzeugtyp hat mir im Februar 1945 das Leben gerettet“. Dieser Wunsch ging natürlich in Erfüllung. Zur Feier des Tages gab es von den Kaffeedamen direkt beim Ausstieg der Gäste, die wenige Stunden zuvor vom Flugplatz mit einem Bus nach Bremen aufgebrochen waren, einen Sektempfang. Flugkapitän Kreimeier lobte den guten Zustand der Graspiste, er hatte wenige Tage vorher mit seinem Ultraleichtflugzeug den Flugplatz getestet. Nach einigen Regentropfen am frühen Morgen des Maifeiertages entwickelte sich dann bestes Maiwander - und Fliegerwetter. Es war proppevoll, rundum auch die Ausweichparkplätze belegt. Aus Sicherheitsgründen musste in diesem Jahr die östliche Zufahrt für Fußgänger und Fahrradfahrer gesperrt werden, was viele Bedauerten und über eine nördliche Route zum Flugplatz geführt wurden. „Unsere Tante Ju kommt jetzt zur Tankstelle, so nah kommen sie mit ihrer Kamera so schnell nicht wieder ran“, gab Moderator Lüke den Tausenden von Zuschauern durch. Wenn es dann noch einen glücklichen „Gewinner“ dieser Veranstaltung gab, dann Jörg aus Bohmte, der mittels Werbebanner und Funkübertragung seiner Angebetenen Stefanie in 600 Meter Höhe über dem Flugplatz die entscheidene Frage nach dem gemeinsamen zukünftigen Lebensweg stellte. Mit einem deutlichen „Jaaa...“, das über die Lautsprecheranlage zu hören war, wurde der Antrag des Bräutigams angenommen. FL
Hier drücken:
http://www.youtube.com/watch?v=CZOwEysPhAQ&feature=relmfu

Schalter 3 hat am 30. April in der Kantine der Luftsportler für den Flug Bremen - Bohmte geöffnet............

Kurz vor der Abfahrt nach Bremen

Ingrid und Friedrich Lüke vor der Ju am 30. April 2012 Foto Linda Wiedner
Hier einige Aufnahmen von Familie Schütte, Günter Heinrich, Frank Gebert und priv.
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