Vereinschronik
Satzung
Segelfliegen
ist eine
faszinierende Sportart: Lautlos dahingleiten, Höhe
gewinnen, Strecken im Gleitflug zurücklegen, und mit
einem neuen Aufwind wieder versuchen, die in
Flugstrecke umgesetzte Höhe wieder neu zu gewinnen.
Intensive Beobachtung des Wetters und den
entsprechenden Nutzen daraus ziehen, sind oberstes
Gebot für einen Segelflug mit direkter Ausnutzung
der Sonnenenergie. Ob die gewählte Flugaufgabe
erfolgreich durchgeführt werden kann, hängt im
wesentlichen vom Können des Piloten und wie gesagt,
von den Wetterverhältnissen ab. Eine Landung bei
"den Kühen" auf einem geeigneten Feld ist
bei nachlassenden Aufwinden die Konsequenz. Ein
normaler Vorgang für einen Segelflieger, oft
trainiert, und in keinem Fall eine Notlandung, wie es
immer wieder in der Presse dargestellt wird.
Motorfliegen
ist eine
andere Idee. Mittels gespeicherter Sonnenenergie
(Treibstoff) kann ein Flug von A nach B mittels eines
Motors mit an Sicherheit grenzender
Wahrscheinlichkeit erfolgreich durchgeführt werden.
Das Wetter spielt dabei nur in der Flugsicht und
Windgeschwindigkeit eine Rolle, ansonsten haben
Thermik (Aufwinde) eher einen unangenehmen
Nebeneffekt bezüglich des Reisekomforts. Im
Gegensatz zum Segelflug (Mannschaftssport) kann der
Motorflug fasst ohne Helfer betrieben werden.
Aus der
Kombination von Segelflug und Motorflug
ist in
Deutschland seit den 20er und 30er Jahren des
vergangenen Jahrhunderts das Motorsegeln entstanden:
- ein sehr gut
mit stehendem Triebwerk segelndes Flugzeug,
- den Motor nur dann nutzen, wenn es nötig ist
- sparsam im Verbrauch und Unterhaltung
- selbst starten können ohne große Hilfsmannschaft-
Luftwandern und Reisen wie die Motorflieger
- Start von Segelfluggeländen mit Motorsegler oder
Flugzeugschleppzulassung
- dadurch eine Vielzahl von Flugplätzen nutzbar
- aufwendige Geländezulassung als Motorflugplatz
entfällt
Aus diesen Rahmenbedingungen haben sich im Laufe der
Zeit zwei Motorseglertypen herausgebildet:
Segelflugzeuge
mit Klapptriebwerke bzw. Klappluftschraube, die
eigenstartfähig sind oder auf herkömmliche
Startarten wie Winden- oder Flugzeugschlepp
angewiesen sind. Dabei kann eine Rückholhilfe bei
mangelnder Thermik (kleiner Motor mit Faltpropeller)
das Heimkommen ermöglichen. Die guten
Gleiteigenschaften bleiben in beiden Fällen voll
erhalten, da die Triebwerkseinheit im Ruhezustand
vollständig in der Struktur verschwindet. Antriebe
sind durchweg leichte Zweitaktmotoren;
Elektroantriebe mit Hochleistungsakkus existieren
bereits als Prototypen.
Speziell
konstruierte Motorsegler zum Luftwandern und Reisen
mit fest installiertem Motor, 2-sitzige moderne
Reiseflugzeuge mit hohen Reisegeschwindigkeiten,
geringem Treibstoffverbrauch und auch die
Möglichkeit, Segelflugzeuge zu schleppen. Die
nebenbei durch moderne Kunststoffbauweise erzielten
guten Gleiteigenschaften machen auch diese Flugzeuge,
wenn der Propeller wiederstandarm in Segelstellung zu
verstellen ist, zu Segelflugzeugen. Erhöhung der
Sicherheit bei notwendigen Außenlandungen bei evtl.
Motorstörungen durch längere Reaktionszeiten bei
der Wahl eines Landefeldes.
Im
Luftsportverein Wittlage e.V. wird ein Motorsegler
nach Punkt 2 vorgehalten. 1998 wurde das modernste am
Markt verfügbare Modell angeschafft. Unsere mit viel
Idealismus und auch finanziellem Kraftakt
zustandesgebrachte Neuanschaffung ersetzte unseren
bis dahin betriebenen Scheibe Motorfalken SF 25 C.
Die im Verein durch die vorhandene Motorseglerschule
größer werdende Gruppe von Motorseglerpiloten
verlangte ein neues zeitgemäßes Gerät. Nun haben
wir einen neuen Motorsegler vom Typ "Super
Dimona" mit 115 PS im Stall, der alle
Forderungen des Pflichtenheftes erfüllt:
Kunststoffbauweise, schnelles Reiseflugzeug mit
Reisegeschwindigkeiten um 200 km/h, Mitnahme von
Gepäck, doppelsitzige Segelflugzeuge schleppen, im
Flugzeugschlepp deutlich geringerer
Kraftstoffverbrauch gegenüber Motorflugzeugen.
Entscheidend war auch die unkomplizierten
Flugeigenschaften, die auch ungeübten Piloten keine
Probleme bereitet.
Seit 1989 wird
im Luftsportverein direkt ohne Segelflugvorkenntnisse
auf Motorsegler geschult. Der Luftfahrerschein für
Motorsegler existiert nur in Deutschland, in anderen
Ländern ist er dem Motor- oder dem Segelfliegen
angegliedert. In Zukunft wird es nur einen
europäischen Schein geben. Das Motorsegeln soll dann
wahlweise im Segel- oder Motorflugschein integriert
werden.
Wie sieht die
Ausbildung im Luftsportverein aus?
Persönliche
Voraussetzungen (müssen dem Ausbildungsleiter
vorliegen):
-
fliegerärztliches Untersuchungszeugnis
- polizeiliches Führungszeugnis
- Geburtsurkunde
- Nachweis - Erste Hilfe
- Mindestalter - für die Ausbildung 17 Jahre, - für
den Scheinerhalt 18 Jahre
- Mitgliedschaft im Luftsportverein Wittlage e.V.
Ausbildung
- theoretisch:
Mindestens 80
Stunden Unterricht in den Fächern Luftverkehrsrecht,
Meteorologie, Technik, Navigation, Verhalten in
besonderen Fällen. (Unterricht 1 x wöchentlich)
Erwerb des
Flugfunksprechzeugnisses in deutsch. (Unterricht am
Wochenende - im Winter)
Prüfungen
zum Pilotenschein:
Zwischenprüfungen
während der Ausbildung durch den Ausbildungsleiter
Eine
Prüfungskommission der Landesluftfahrtbehörde
(Bezirksregierung) nimmt die theoretische und
praktische Prüfungen für den Pilotenschein am Ende
der Ausbildung ab.
Die
Regulierungsbehörde Post und Telekommunikation in
Verbindung mit der Flugsicherungs-AG nimmt die
Prüfung für das Sprechfunkzeugnis ab.
Dieter Rakers, Am Hang
17, 49153 Bad Essen Tel.: 05472-7505
Friedrich Lüke,
Wiesenbach 5, 49152 Bad Essen Tel.: 05472-1300
Wenn Sie Interesse
haben, kommen Sie bei uns vorbei. Ein
Schnupperrundflug mit unserem modernen Motorsegler
oder auch im doppelsitzigen Segelflugzeug zum
Selbstkostenpreis wird Sie überzeugen! Wir laden Sie
herzlich ein, eine faszinierende Sportart
kennenzulernen und bei uns im Verein aktiv
mitzumachen.